AMI-Tour 2015

Die Arbeitsmarktmarktinitiative Oberhavel-Süd ist ein Bündnis von sieben Kommunen im Landkreis, das sich seit 1998 gemeinsam mit den Hennigsdorfer Beschäftigungsträgern der Planung, Umsetzung und Finanzierung von geförderten Beschäftigungsprojekten für (Langzeit)Arbeitslose verschrieben hat.

Die diesjährige 18. AMI-Tour am 14. Oktober, an der sich Bürgermeister und Vertreter aller AMI-Kommunen, Landespolitiker, Jobcenter, Presse und Aktive der Beschäftigungsträger beteiligten, hatte zwei große Schwerpunkte. Zum einen war es die Vorstellung von „Perspektive Job“ (zweijährige sv-pflichtige Beschäftigung / FAV, SGB II, § 16e) für Langzeitarbeitslose mit einem offensichtlichen Arbeitsweltbezug, der sonst in der klassischen Beschäftigungsförderung eher ausgeschlossen ist. Die Chancen auf eine anschließende Integration in unsubventionierte Beschäftigung soll mit diesem Fördermodell erhöht werden. Und zum anderen drehte sich die diesjährige Tour um Integrationsangebote für Flüchtlinge. Angesichts der aktuellen Entwicklung eine Herausforderung, die das Engagement aller erfordert – Landkreis, Kommunen, Vereine, Ehrenamt und eben auch von Beschäftigungsträgern.

Begonnen hat die diesjährige Tour im Nachbarschaftstreff Stolpe-Süd (Hirschwechsel 4), unweit der größten zentralen Flüchtlingsunterkunft in Oberhavel. Hier stellten Frau Koegst (GF) sowie Hr. Fakir und „seine Frauen“ von der gemeinnützigen PuR die aktuellen Angebote und Informationsmaterialien vor. Auch von der wichtigen und engagierten Arbeit der „Ehrenamtler“ wie Frau Jedwabski (pensionierte Lehrerin, die Deutschkurse gibt) konnten sich die Teilnehmer ein Bild machen.

Nach einem gemeinsamen Imbiss und der Möglichkeit, sich mit den Mitarbeitern der PuR und jungen Deutschkursteilnehmern auszutauschen, ging es nach Nieder Neuendorf zur Landzunge an der Havel. Hier arbeiten aktuell drei der 15 in „Perspektive Job“ geförderten ABS-Mitarbeiter am Freischnitt von Sichtachsen mit Blick über’s Wasser nach Heiligensee. Im Auftrag und nach Bedarf der AMI-Kommunen werden auf Wertschöpfung ausgerichtete Arbeitspakete zeitnah und professionell unter Anleitung von Herrn Neie und Herrn Heyer (Projektbetreuer ABS) umgesetzt.

Thematisch an den beiden o. g. Themen ausgerichtet ging die Fahrt von Hennigsdorf nach Oranienburg weiter. Neben dem Bürgerzentrum in der Albert-Buchmann-Straße konnten sich die Anwesenden von der Qualität der Pflasterarbeiten des Oranienburger „Perspektive Job“-Teams überzeugen. Direkt neben der Baustelle am Bauzaun gab es eine Bilddokumentation zu den bis dato umgesetzten Aufträgen aller AMI-Kommunen, die von Herrn Heyer erläutert wurde.

Im Bürgerzentrum gab Herr Schwering von der Stadtverwaltung einen kurzen Überblick über die hier zentral angesiedelten Hilfe- und Beratungsstrukturen. Herr Kattabeh von der PuR stellte seine praktische Hilfe im Rahmen des geförderten Integrationsprojektes „Starthilfe“ (Lotsendienst für syrische und englischsprachige Flüchtlinge sowie Behörden, Schulen, etc.) vor.

Für die Bürgermeister der AMI-Kommunen, die aktuell am Anfang bzw. noch vor der Unterbringung von Flüchtlingen stehen, war die diesjährige Tour sehr aufschlussreich. Kooperation und Netzwerkarbeit zu diesem Thema wurden vereinbart – soweit noch nicht vorhanden. Auch die zukünftig stärkere Einbindung des Jobcenters und der Asylbehörde zur Unterstützung kommunaler Hilfsangebote war permanenter Bestandteil der Diskussionen und wird es in den kommenden Wochen auch auf bilateraler Ebene sein. Die AMI-Tour als Impulsgeber hat ihren Beitrag geleistet.